Kontroverse aktuelle Themen erörtern, aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und Handlungsempfehlungen für die Politik erarbeiten – das ist der Tutzinger Diskurs. Die Teilnehmenden treten dabei als gemeinsame Forschungsgruppe auf, nicht einfach als Vertreter unterschiedlicher Standpunkte. Ziel und Anspruch ist es, über den Austausch von Meinungen hinaus das gemeinsame, multiperspektivische Forschen aus unterschiedlichen Perspektiven zu fördern und ungeklärte Fragen zu beantworten.

In regelmäßigen Abständen trifft sich die Forschungsgruppe zu Workshops. Dabei legen die Teilnehmenden – begleitet von anerkannten Expertinnen und Experten – ihre Schwerpunkte selbst fest, organisieren und moderieren die Diskussionen eigenständig und laden nach Bedarf weitere, selbst ausgesuchte Fachleute dazu. Entscheidend für den Tutzinger Diskurs ist zudem, dass Verlauf und Ergebnis für die Öffentlichkeit transparent gemacht werden.

Doch der Tutzinger Diskurs will nicht einfach nur Ergebnisse produzieren, sondern auch die Diskursfähigkeit der Teilnehmenden stärken und fördern. Aus diesem Grund liegt besonderes Augenmerk auf der Reflexion des Vorgehens und der verwendeten Grundbegriffe.

 

Diskursmodell „Wege der Integration“

Ziel des Diskurses „Wege der Integration“ ist es, gemeinsam eine Ideensammlung zu erarbeiten, in der Wege der zur Verwirklichung gelingender Integration aufgezeigt werden. Im Rahmen von insgesamt fünf Workshops, Expertenhearings, Hintergrundgesprächen und „Vor-Ort-Besuchen“ sammelt und entwickelt das Diskursteam Anstöße für gelingende Integration. Um auch die europäische Dimension des Themas aufzunehmen, wird der vierte Workshop voraussichtlich in Brüssel stattfinden.

 

Diskursmodell „Big Data“

Über die allgemeine Reflexion des Vorgehens und der verwendeten ethischen Grundbegriffe hinaus will der Diskurs „Big Data“ den Diskursgedanken weitertragen, indem die Teilnehmenden diese Fähigkeit in eigenen Veranstaltungen mit jungen Menschen bilden und fördern. Der Diskurs „Big Data“ gliedert sich aus diesem Grund in zwei Diskursphasen und er wird zudem durch eine didaktische Begleitforschung ergänzt.

Phase 1: Entwicklung eines Gutachtens
In einer ersten Phase entwickelt die Diskursgruppe zum einen ein gemeinsames Gutachten, in dem politische Regulierungsbedarfe und -möglichkeiten benannt werden und identifiziert zum anderen die sich aus dem Thema ergebenden Anforderungen an die Entwicklung von Informationskompetenz bei jungen Menschen. In dieser Phase trifft sich die Diskursgruppe zu vier gemeinsamen Workshops an der Akademie für Politische Bildung, in einem fünften Workshop in Kroatien werden die bis dahin erarbeiteten Ergebnisse in einem internationalen Rahmen diskutiert.

Phase 2: Multiplikation
In der zweiten Phase werden die Erfahrungen der Teilnehmenden umgesetzt in vier diskursiven Bildungsveranstaltungen mit jungen Menschen unterschiedlichen Alters und Bildungshintergrunds. Unterstützt vom Organisationsteam der Akademie planen die Teilnehmenden in Gruppen eigenständig Projekttage und führen diese durch.

Begleitforschung
Um einerseits die Wirkweise des forschenden Diskurses auf die Entwicklung der Urteilskraft der Teilnehmenden transparent zu machen und andererseits anhand der Multiplikationsworkshops Methoden zur Förderung von Bewertungskompetenz bei jungen Menschen zu testen, wird der Tutzinger Diskurs Big Data um eine didaktische Begleitforschung ergänzt. Weche ethischen und politischen Werte sehen die Diskursteilnehmenden und die Teilnehmenden der Multiplikationsdiskurse durch Big Data und Smart Health berührt und welchen Stellenwert haben diese für sie? Auf dieser Basis können Bildungsangebote entwickelt und erprobt werden, die junge Menschen für die zentralen Möglichkeiten von Smart Health sensibilisieren und sie darauf vorbereiten, kritisch reflektiert am öffentlichen Diskurs zu partizipieren, um den verantwortungsvollen Umgang mit dieser Technologie zu fördern.