Am Wochenende vom 10. – 12. Juli traf sich die Arbeitsgruppe zu ihrem ersten Workshop.

Dabei ging es vor allem um drei Dinge: Sich kennenzulernen, eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu entwickeln und sich auf einen ersten Arbeitsplan zu verständigen. Dass dies bei vierzehn Personen mit ganz unterschiedlichen Professionen, Hintergründen und durchaus sehr verschiedenen Einstellungen zur Pränataldiagnostik so hervorragend gelang, war nicht zuletzt auch das Verdienst von Tina Gadow, der externen Moderatorin, die für den ersten Workshop gewonnen werden konnte.

So unterschiedlich wie die Tätigkeitsfelder der Personen waren auch die Auffassungen davon, wie die komplexen Zusammenhänge am besten anzugehen seien und wie die geplante gemeinsame Stellungnahme am Ende des Projekts aussehen könnte.

Während die einen vorschlugen, das Feld von der medizinischen und beraterischen Praxis und den damit verbundenen konkreten Problemen aufzurollen, sprachen sich andere dafür aus, die Frauen und Paare und deren individuelle Entscheidungsautonomie in den Mittelpunkt zu stellen. Mit einer systematischen Analyse der zugrunde liegenden sozialen Bedingungen zu beginnen, unter denen Pränataldiagnostik angeboten und nachgefragt und sich gegebenenfalls für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden wird, war ein weiterer Vorschlag; ein anderer, mit der Schutzwürdigkeit menschlichen Lebens anzufangen und von da aus die Frage zu stellen, unter welchen Voraus- und mit welchen Zwecksetzungen Pränataldiagnostik ethisch erlaubt und ob eine prognostizierte Behinderung ein legitimer Grund für einen Schwangerschaftsabbruch sein kann.

Bei aller Unterschiedlichkeit waren sich jedoch alle Teilnehmer in einer Sache einig – nämlich darin, dass es letztendlich um die systematische Verbindung der unterschiedlichen Sichtweisen gehen sollte. Allerdings stellte sich die Frage nach der systematischen Verbindung und Vermittlung nur in Bezug auf die während des ersten Workshops vertretenen Sichtweisen. Da dies schon schwierig genug war, musste noch offengelassen werden, ob es blinde Flecken und Bedarf nach der Integration von weiteren Sichtweisen gibt.

Es bildeten sich kleine Arbeitsgruppen, die das komplexe Thema unter unterschiedlichen Leitfragen angehen werden. Zum Beispiel: „Welche Probleme gibt es in der aktuellen Praxis?“ oder „Wie sieht der Markt aus und unter welchen Bedingungen werden individuelle Entscheidungen getroffen?“ Aber auch „Was ist der Wert des Lebens und gibt es Leben, das nicht geboren werden sollte?“

Beim zweiten Workshop vom 13. – 15. September werden die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse vorstellen und diskutieren. Je nach Sachlage besteht die Möglichkeit, dann noch Gäste einzuladen, um bestimmte Themenbereiche zu vertiefen.

Damit sich die Arbeitsgruppen zwischen den Workshops austauschen können, wurde eine Internetplattform eingerichtet. Über diese Plattform wird auch eine öffentliche Veranstaltung geplant werden, die während des dritten Workshops vom 8. – 10. November, genauer: am 9. November, stattfinden soll und in der die Diskursgruppe Einblicke in ihre bisherige Arbeit geben und weitere Anregungen einholen will.

Der vierte und letzte Workshop findet vom 7. – 9. Januar 2016 statt und soll ganz im Zeichen einer gemeinsam zu erarbeitenden Stellungnahme stehen.

In einer öffentlichen Abschlussveranstaltung am 3. März 2016 werden die Ergebnisse der Diskursgruppe der Öffentlichkeit präsentiert.