Aktuelles Projekt

Pränataldiagnostik
im Diskurs

Ein Diskurs an der Schnittstelle von Medizin,
lebenswissenschaftlicher Forschung, Sozialwissenschaften, Philosophie,
Journalismus und Sozialer Arbeit über die soziale Dimension der Pränataldiagnostik (PND).

Über die Gruppenmitglieder

Prof. Dr. Marion Baldus

Marion Baldus studierte Sonder- und Heilpädagogik und Kunstpädagogik an der Goethe-Universität in Frankfurt und als DAAD-Stipendiatin an der Lesley University in Cambridge. Nach ihrem Studienabschluss war sie in den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung (BZgA), Familienplanung und Sexualpädagogik (Bundesverband der Pro Familia) sowie Gleichstellung tätig. In einem qualitativen Forschungsprojekt befasste sie sich mit Entscheidungsprozessen von Frauen für das Austragen der Schwangerschaft nach der pränatalen Diagnose Down-Syndrom. 2005 wurde sie zu diesem Thema promoviert. Seit 2006 ist sie Professorin an der Hochschule Mannheim, Fakultät für Sozialwesen. Schwerpunkte von Lehre und Forschung bilden Inklusion, Pränataldiagnostik und sexuelle Gewalt. Als Querschnittthema vertritt sie die in der UNBRK besiegelten Rechte auf Teilhabe, Anerkennung und Würde von Menschen mit Behinderungen und setzt sich gegen Diskriminierung, Stigmatisierung und Exklusion ein.

Marion Baldus im Interview


Marion Dickmann

Marion Dickmann studierte Sozialpädagogik und Soziale Arbeit an der Evangelischen Hochschule in Freiburg. In ihrer vorherigen langjährigen Berufstätigkeit arbeitete sie als Kinderkrankenschwester und Hebamme in Stade, Hamburg, Kiel und Stühlingen. In den letzten Jahren war sie in einem interdisziplinären Frühförderzentrum und ist heute in der Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatung beim Diakonischen Werk in Waldshut tätig. Schwerpunkte ihrer unterschiedlichen Tätigkeiten waren dabei Begleitungen von Einzelnen oder Paaren zur Kinderwunschberatung und in Schwangerschaften und von Eltern und Kindern mit ihren unterschiedlichen Anforderungen hinsichtlich der Pränataldiagnostik.

Marion Dickmann im Interview


Dr. med. Adam Gasiorek-Wiens

Adam Gasiorek-Wiens studierte Medizin an der FU-Berlin und etablierte als Gynäkologe die „Pränatale Diagnostik und Therapie“ von 1985-1995 in zwei Kliniken Berlins u. a. der heutigen Charité CVK. Bis Ende 2009 Partner der Praxis „Zentrum für Pränataldiagnostik“ Berlin. 1999 Mitbegründer des „Interdiszipl. Forum Pränataldiagnostik“ und 2009 der Konflikt-Beratungsstelle donum vitae Berlin. Regelmäßige Vorträge zur Weiterbildung in PND für BeraterInnen, Hebammen und ÄrztInnen. 2010 Masterstudiengang Medizin-Ethik-Recht mit wissenschaftl. Schwerpunkt PND. Seit 2014 (wissenschaftl.) Mitarbeiter der Geburtsmedizin Charité.

Adam Gasiorek-Wiens im Interview.


Dr. med. Regina Gossen

Dr. Regina Gossen ist Kinder- und Jugendärztin und Palliativmedizinerin. Nach langjähriger Tätigkeit in Kliniken und in eigener Praxis arbeitet sie seit 2012 im KinderPalliativTeam Südhessen und versorgt in einem multiprofessionellen Team schwerkranke und sterbende Kinder zu Hause. Ein Teil dieser Kinder hat pränatal diagnostizierbare Erkrankungen. Einige Eltern haben sich trotz bekannter Diagnose für das Austragen der Schwangerschaft entschieden. Regina Gossens Erfahrung ist, dass diese Kinder oft viel länger leben als prognostiziert wurde. Das Leben dieser Kinder ist wertvoll und kann Freude und Liebe enthalten. Pränataldiagnostiker sollten diese Erfahrungen berücksichtigen.

Regina Gossen im Interview


Dr. Mariella Hager

Mariella Hager studierte Soziologie an der Universität Wien, an der sie 2005 im Fach der Familiensoziologie promovierte. Ihre Dissertation verfasste sie zum Thema der gewollten Kinderlosigkeit bei Akademikerinnen. In zahlreichen nationalen und internationalen Projekten hat sie sich mit Lebensplanung und Kinderwunsch, Gesundheitsförderung, Gesundheitssoziologie und Soziologie der Biomedizin beschäftigt und war als Lehrende am Institut für Pflegewissenschaft der Universität Wien tätig. Derzeit forscht sie am Institut für Höhere Studien (Wien) zu Themen der Ethik in der Medizin, Pränataldiagnostik und Spätabbruch, Präimplantationsdiagnostik und Eizellspende und hat dazu bereits facheinschlägige Forschungsprojekte durchgeführt. Mit dem Thema der Pränataldiagnostik hat sich Mariella Hager nicht nur als Wissenschaftlerin, sondern auch als zweifache Mutter und Anwenderin befasst.

Mariella Hager im Interview.


Prof. Dr. jur. Tanja Henking

Dr. Tanja Henking, LL.M. studierte Rechtswissenschaften an der Universität Bremen. In Bremen war sie zudem wissenschaftliche Mitarbeiterin und promovierte dort zu den Wertungswidersprüchen zwischen den Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch und zur Präimplantationsdiagnostik. Sie ist zudem Rechtsanwältin und Fachanwältin für Medizinrecht. Aktuell ist sie Leiterin der Nachwuchsforschergruppe „Ethik und Recht der modernen Medizin“ am Institut für medizinische Ethik und Geschichte der Medizin der Ruhr-Universität Bochum und seit dem 01.10.15 Professorin für Gesundheitsrecht und Strafrecht an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen ethische und juristische Fragen u.a. aus den Bereichen Reproduktionsmedizin, Schwangerschaftsabbruch und Lebensende.

Tanja Henking im Interview


Ludwig Krüger

Nach zwei Studiengängen (2009 Diplom Sozialwissenschaften, 2014 M.A. Philosophie) schreibt Ludwig Krüger gerade an seiner philosophischen Doktorarbeit. Vor und teilweise während des Studiums arbeitete er in verschiedenen Pflegeeinrichtungen, darunter auch mehrere Jahre mit Menschen mit Behinderung in der 1:1-Pflege. Aktuell ist Ludwig Krüger wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Akademie für Politische Bildung Tutzing und sowohl Teil des „Tutzinger Diskurs“-Teams als auch Mitglied der Diskursgruppe. In der Bioethik interessieren ihn v. a. Alternativen zu den aktuellen Statusdiskussionen und den SKIP-Argumenten sowie Möglichkeiten einer nicht-reduktiven Schärfung der Begriffe „Leben“ und „Natur“.

Ludwig Krüger im Interview.


Dr. med. Katrin Löser

Dr. med. Katrin Löser, 39, Fachärztin für Frauenheilkunde, Mutter von drei Kindern, wohnt in Flensburg und arbeitet seit 2002 überwiegend in Dänemark. Sie hat sich in den Bereichen Kinderwunschbehandlung und Pränatalmedizin spezialisiert und leitet seit 2013 am Krankenhaus von Sønderjylland die ”Abteilung für Schwangerschafts- und Geburtsmedizin” mit knapp 2000 Entbindungen/ Jahr. In Dänemark werden Schwangere durch die Kliniken betreut und allen wird u.a. kostenlos ein hochwertiges Ersttrimester- Screening angeboten. Frau Löser arbeitet täglich in diesem Bereich, führt weitergehende Diagnostik durch und spricht mit Betroffenen über Untersuchungsmöglichkeiten, Befunde und Konsequenzen.

Katrin Löser im Interview.


Robert Ranisch

Robert Ranisch ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen und arbeitet dort am Aufbau eines Weiterbildungsstudiengangs „Ethik in Organisationen“. Er studierte Philosophie, Angewandte Ethik und Politikwissenschaft an den Universitäten Warwick, Jena und Oxford und war von 2011 bis 2013 Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft am Graduiertenkolleg „Bioethik“ des IZEW Tübingen. Seine Doktorarbeit an der Universität Düsseldorf widmet sich ethischen Fragen der vorgeburtlichen Gendiagnostik. Herr Ranisch war Fellow am Ethikzentrum der Universität Oxford und Jena sowie bei der Fondation Brocher (Genf) und forscht insbesondere zu Grundfragen der interdisziplinären Bio- und Medizinethik. Weiterführende Informationen: www.ranisch.com

Robert Ranisch im Interview.


Dr. Daniela Remus

Daniela Remus studierte Philosophie, Geschichte und Germanistik in Freiburg und Hamburg. Danach Volontariat beim SDR (heute SWR) in Stuttgart. Seither als freie Journalistin für den Hörfunk der ARD tätig, vor allem für den NDR, SWR und BR. Neben der Arbeit als Wissenschaftsjournalistin auch mehrere Jahre als Lehrbeauftragte im Fachbereich Philosophie an der Universität Rostock. Schwerpunkt ihrer Berichterstattung sind ethische Fragen, die im Zusammenhang mit der Medizin, den Lebenswissenschaften und den Neurowissenschaften von Bedeutung sind.


Daniela Remus im Interview.


Annekatrin Skeide

In ihrer Tätigkeit als Hebamme in der Schwangerenvorsorge beriet und unterstützte Annekatrin Skeide Frauen, Paare und Familien im Kontext der Pränataldiagnostik. Sie studierte Pflegewissenschaft, Berufspädagogik und Frankoromanistik an der TU Dresden (B.Ed.) und der Universität Bremen (M.A.) bis 2014. Derzeit ist sie Doktorandin im Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen und Promotionsstipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. Ein zentrales Anliegen ihrer Promotion ist die kritische Auseinandersetzung mit dem Prinzip der Patient_innenautonomie mithilfe eines leiblichen Ansatzes, der ihres Erachtens auch für den Umgang mit pränataler Diagnostik bedeutsam ist.

Annekatrin Skeide im Interview.


Anna Elisabeth Thieser

Abteilungs-und Bereichsleiterin Frauen und Sozialberatung im SkF Würzburg, Fachreferentin für den Fachdienst der Schwangerschaftsberatung in der Diözese Würzburg

Geb. 19963 in Mettlach/Saar. Seit dem Abschluss des Studiums 1987 ist sie Mitarbeiterin der Kath. Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen des SkF in Würzburg. Sie absolvierte die Weiterbildung in der Schwangerschafts-und Schwangerschaftskonfliktberatung und ließ sich zur Ehe-, Familien- und Lebensberaterin ausbilden. Ihr beruflicher Werdegang ist geprägt durch die kontinuierliche Mitarbeit und Fachberatung in konzeptionellen Fragen, insbesondere der Konfliktberatung und der pränatalen Diagnostik auf regionaler und überregionaler Ebene; aktuell Umsetzung eines aktiven, frühen und integrierten Beratungsansatzes der PND als Ergebnis eines Modellprojektes in der frühen Schwangerschaft .

Anna Elisabeth Thieser im Interview


Jeanne Turczynski

Jeanne Turczynski ist seit 2006 Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk (Redaktion Wissenschaft und Bildungspolitik). Sie betreut die Sendungen „IQ Wissenschaft und Forschung“ (Bayern 2), sowie „Aus Wissenschaft und Technik“ und das „Campusmagazin“ (beides B5aktuell).
Als Autorin ist sie spezialisiert auf Themen aus den Bereichen Medizin und Gesundheit. Schwerpunkte sind die Berichterstattung über Krankheiten wie Ebola, HIV oder MERS. Den Organvergabeskandal hat sie intensiv begleitet und die technischen Möglichkeiten und Risiken der Pränataldiagnostik. Der umstrittene Bluttest auf Down-Syndrom war ebenso ein Thema wie die Konsequenzen, die ein solcher Test für das ungeborene Kind und die Eltern haben kann.

Jeanne Turczynski im Interview.


Dr. Janna Wolff

Dr. Janna Wolff studierte von 1997 bis 2001 Politikwissenschaften und Französisch an der Universität Bremen. Es folgte ein zweijähriger Arbeitsaufenthalt in Brüssel als Projekt-Assistentin bei der Vertretung der Freien Hansestadt Bremen bei der Europäischen Union. 2007 schloss sie ihre Promotion im Bereich Politikwissenschaften ab und arbeitet seitdem an der Universität Bremen als Lektorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin. Im Rahmen ihres Forschungsprojekts „Körperpolitik – Entscheidungen zwischen Selbstbestimmung und Verantwortung“ befasst sie sich mit den gesellschaftspolitischen Auswirkungen des medizinisch-technischen Fortschritts in den Bereichen Pränataldiagnostik und Sterbehilfe.

Janna Wolff im Interview.